Von Uri ins Silicon Valley
29.09.2026
Unser ICT-System-Spezialist Alex Ziegler hat im Rahmen seines Bachelor-Studiums sechs Wochen im Juli und August im Silicon Valley in den USA verbracht. Zwischen KI, Unternehmergeist und selbstfahrenden Autos: Im Kurz-Interview erzählt er von seinen Eindrücken aus der Innovationshochburg und überraschenden Erlebnissen.
Alex, du warst sechs Wochen im Silicon Valley in Kalifornien. Was war dein erster Gedanke, als du in dieser Technologiehochburg in den USA angekommen bist?
Mein erster Eindruck vom Silicon Valley entstand bereits auf der Fahrt vom Flughafen zur Unterkunft: Selbstfahrende Autos waren auf den Strassen unterwegs, entlang der Strecke hingen grosse Werbeschilder rund um Künstliche Intelligenz (KI) und immer wieder tauchten die Namen bekannter Techunternehmen auf. Spätestens da wurde mir bewusst, dass ich jetzt wirklich im Zentrum der Technologiewelt angekommen bin.
Wie sah dein Studienaufenthalt dort konkret aus?
Bereits in der Schweiz entschieden wir uns im Team für das Projekt «GovTech Hydrogen Power». Im Auftrag eines kleinen Startups führten wir eine Marktanalyse zu Wasserstoff-Lastwagen und -Müllfahrzeugen in den USA durch und tauschten uns regelmässig mit dem Auftraggeber über unsere Fortschritte aus. Dazu kamen fünf bis sechs Firmenbesuche pro Woche, zum Beispiel bei Adobe, AMD, Plug and Play, Odoo oder der Stanford University. Üblich waren eine Führung, Produktdemonstrationen und eine Fragerunde mit den Gründern, dazu Pitch-Events mit Startups und Investoren. Am Schluss übergaben wir die Resultate und präsentierten das Projekt in San Francisco.
Was hat dich dazu bewogen, diesen Aufenthalt zu machen, und was hast du dir im Vorfeld davon erhofft?
Ich wollte das Zentrum der IT-Welt einmal hautnah erleben und selber erfahren, was sich aktuell bei KI, Startups und Robotik tut. Mir war wichtig, Technologien wie autonomes Fahren nicht nur aus den Medien zu kennen, sondern selbst auszuprobieren. Ausserdem wollte ich Erfahrungen sammeln und beim Networking interessante Persönlichkeiten kennenlernen. Beruflich hat mich vor allem interessiert, über den eigenen Tellerrand zu schauen und zu sehen, was in ein paar Jahren auch bei uns in der Schweiz ankommen könnte.
Du hast während sechs Wochen einen Einblick in dieses Tech-Mekka erhalten. Wie hast du diese Technologie- und Innovationswelt hinter den Kulissen erlebt?
Beeindruckt hat mich vor allem der Unternehmergeist der Leute dort. Fast jeder und jede hat eine eigene Idee und will damit ein Startup gründen. Networking ist dabei zentral, man knüpft überall neue Kontakte. Ein gutes Beispiel für den offenen Austausch war der Besuch im Worldwide Technology Showroom von AMD, wo wir nicht nur eine Präsentation erhielten, sondern auch kritische Fragen stellen konnten.
Was hat dich während deines Aufenthalts am meisten überrascht – technologisch, kulturell oder auch ganz persönlich?
Am meisten überrascht hat mich die Fahrt in einem selbstfahrenden Auto. Ich bin mit einem Waymo und mit einem Tesla mitgefahren und kann es kaum erwarten, bis autonomes Fahren auch bei uns mal Alltag wird. Genauso überrascht hat mich der Fortschritt bei AR-Brillen. Sie sehen mittlerweile wie normale Sonnenbrillen aus, können aber einen grossen Bildschirm direkt ins Blickfeld projizieren. Solche Erlebnisse zeigen, wie nah viele Zukunftstechnologien bereits an unserem Alltag sind.
Welche Begegnung, welches Unternehmen oder welches Erlebnis ist dir besonders in Erinnerung geblieben – und warum?
Besonders in Erinnerung geblieben ist mir der Besuch bei SamTrans, einem Busunternehmen im Silicon Valley, das stark in Wasserstoff investiert. Sie betreiben eine eigene Wasserstoff-Tankanlage und haben bereits mehrere Wasserstoffbusse im Einsatz. Eine weitere Anlage ist bereits in Planung. Für unser Projekt GovTech Hydrogen Power war das besonders spannend, da sich das Modell dort bereits wirtschaftlich trägt. Zu sehen, wie eine solche Lösung in der Praxis funktioniert, war extrem eindrücklich und bestätigte unsere Recherchen.
Und welche Erfahrungen und Erkenntnisse nimmst du für deinen weiteren beruflichen und persönlichen Werdegang mit? Hat der Aufenthalt deine Sicht auf gewisse Themen verändert?
Was ich vor allem mitnehme, ist die Offenheit gegenüber Innovation und Veränderung. Die Reise hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, neugierig zu bleiben, neue Entwicklungen frühzeitig aufzugreifen und sich laufend weiterzubilden. Wer stehen bleibt, wird schnell abgehängt. Fachlich bin ich überzeugt, dass Robotik zusammen mit KI in Zukunft eine immer grössere Rolle spielen wird, auch bei uns in der Schweiz.
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