KI trifft auf Datenschutz: «KMU-Zmorge» beleuchtet Risiken
30.04.2026
Im Fokus des vierten «KMU-Zmorge» der ComDataNet AG stand der Umgang mit persönlichen und sensiblen Daten beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in Unternehmen. Verschiedene Referenten zeigten auf, wie man den Datenschutz in ChatGPT und Co. nicht dem Zufall überlässt.
Künstliche Intelligenz ist längst fester Bestandteil unseres Alltags. Gemäss einer aktuellen Comparis-Studie nutzen 75 Prozent der Schweizer Bevölkerung KI-Tools im täglichen Leben. Im Berufsalltag sieht das nicht anders aus. Ob beim Formulieren von E-Mails, bei Recherchen oder in der Kommunikation mit Kundinnen und Kunden: KI-Tools wie ChatGPT stehen tagtäglich im Einsatz. Nicht selten werden dabei auch sensible Informationen eingegeben – ohne sich vertieft Gedanken über Datenschutz oder Datensicherheit zu machen. Diese rasante Entwicklung bringt zwar grosse Chancen mit sich, stellt Unternehmen und Organisationen gleichzeitig aber auch vor neue Herausforderungen.
Genau hier setzte das diesjährige «KMU-Zmorge» der ComDataNet an. «Unter dem Leitthema ‹Datenschutz beim Einsatz von KI› werden wir heute aufzeigen, wie sich Innovation, Datensicherheit und rechtliche Verantwortung miteinander verbinden lassen», begrüsste Martin Aschwanden, Leiter der ComDataNet, die Gäste. Rund 60 Vertreterinnen und Vertreter von Firmen, Behörden und Organisationen kamen am vergangenen Mittwochmorgen für die vierte Ausgabe des KMU-Zmorge im Zeughaus in Altdorf zusammen.
«Datenschutzregeln gelten auch bei KI»
Einen der inhaltlichen Schwerpunkte bildete das Referat von Florian Müller, Rechtsanwalt und Notar. Bei der Zuger LEXcellence AG verbindet der gelernte Informatiker die juristische Expertise mit technischem Verständnis und schaut auf die rechtlichen Fragen rund um den Einsatz Künstlicher Intelligenz. «KI ist kein reines IT-Thema – sie betrifft die gesamte Organisation und verlangt klare Leitplanken», betonte Florian Müller. Anhand konkreter Beispiele zeigte er auf, wie Unternehmen mit Richtlinien und Schulungen einen sicheren Rahmen schaffen können. «Wenn ein interner Geschäftsbericht zur Rechtschreibprüfung in ein KI-Tool eingegeben wird oder jemand aus dem HR sensible Inhalte, für beispielsweise ein Kündigungsschreiben, dort verarbeitet, ist das nicht zulässig», so Florian Müller. «Datenschutzregeln gelten auch beim Einsatz von KI.» Er zeigte auf, welche Risiken entstehen, wenn Mitarbeitende unbedacht persönliche Daten in KI-Systeme eingeben.
Im zweiten Inputreferat gab Florian Aerni von der Swisscom Schweiz Einblick in datenschutzkonforme Lösungsansätze aus der Praxis. Mit dem «Swiss AI Assistant», einer KI-Lösung der Swisscom, zeigte er auf, wie Unternehmen KI-Technologien nutzen können, ohne dabei die Kontrolle über ihre Daten zu verlieren. Im Fokus stehen Ansätze, bei denen Daten in der Schweiz verarbeitet werden und keine Nutzung für das Training von Modellen erfolgt. «Solche Lösungen ermöglichen es, auch mit sensiblen Unternehmensdaten zu arbeiten und gleichzeitig die hohen Datenschutzanforderungen einzuhalten», führte Florian Aerni in seiner praxisnahen Demo aus.
Von der Analyse bis zur Schulung der Mitarbeitenden
Abgerundet wurde der «KMU-Zmorge» durch ein Portfolio-Update von Samuel Brunner, Leiter Operations & Security bei der ComDataNet. Er zeigte auf, wie Unternehmen Schritt für Schritt zu einem sicheren und strukturierten Einsatz von KI gelangen können. Praxisnahe Ansätze standen dabei im Zentrum: von der Analyse bestehender KI-Nutzung über die Entwicklung von Richtlinien bis hin zur Schulung von Mitarbeitenden und dem Aufbau konkreter Anwendungen. «Ziel muss es sein, Chancen zu nutzen und gleichzeitig Risiken zu minimieren – abgestimmt auf die Bedürfnisse von KMU», so Samuel Brunner. Bei abschliessendem Kaffee und Gipfeli bot sich die Gelegenheit zum branchenübergreifenden Austausch für alle, die den Datenschutz im Umgang mit KI nicht dem Zufall überlassen wollen.
Success Stories & News